"Engel kommt nach Babylon"
Sprechtheater, Friedrich Dürrenmatt
Theater AG der St. Lioba Schule, Bad Nauheim
| Jahrgangsstufe: | 10 - 12 |
| Mitwirkende: | 30 |
| Dauer: | ca. 120 Minuten + Pause |
Zum Stück:
Die Theater-AG der St. Lioba-Schule besteht in ihrem Kern aus 19 spielbegeisterten Jugendlichen, 14 Mädchen und 5 Jungen ab 15 Jahren. Viele von ihnen nahmen schon im vergangenen Jahr mit der Eigenproduktion "Silberregen" an den Wetterauer Schultheatertagen teil, für die meisten die erste Bühnenerfahrung dieser Art. "Seitdem wir mit Schülern Theater spielen, haben wir selten eine ähnlich homogene Gruppe erlebt", erklären Dr. Georg Jung und Thomas Gölzhäuser unisono. So hatten die beiden Leiter der AG auf dem mittlerweile traditionellen Theater-Wochenende in Eschwege große Mühe, die Hauptrollen zu besetzen, da sich für jede viele geeignete Schüler bewarben. Wie gut die Truppe zusammenhält, hat sie durch eigenverantwortliches Arbeiten und die Bewältigung von Krisen unter Beweis gestellt. War bei der Arbeit am "Silberregen" besonders die Gabe der Improvisation vonnöten, so verlangte der "Engel" eher Genauigkeit und Fleiß beim Lernen und Proben. Die Schüler beherrschten früh ihre Texte und so konnte beim Proben mehr Wert auf Details legen. Der Spaß an Dürrenmatts Stück und viele lustige Momente während der Probenarbeit versüßten auch anstrengende Wochenendproben und wurden - " manchmal zu unserem Leidwesen", so Dr. Jung - größer geschrieben als die Disziplin. Die Akteure sind jedoch der festen Überzeugung, dem Publikum etwas von dieser Freude mitteilen zu können.
Zum Stück:
Dürrenmatts Stück "Ein Engel kommt nach Babylon" mit dem Untertitel "Eine fragmentarische Komödie" hat seine Wurzeln schon im Jahre 1948. Die Theater AG spielt es - mit einigen Kürzungen - in der dritten Fassung, die Dürrenmatt für die Werkausgabe 1980 geschrieben hat. Gott schickt einen Engel nach Babylon, der das himmlische Mädchen Kurrubi auf die Erde bringt. Die Bewohner Babylons, allen voran ihr Herrscher Nebukadnezar, begehren zwar dieses Mädchen, sind aber nicht in der Lage, es bei sich aufzunehmen, weil sie dann zu Bettlern werden müssten und von ihren Begierden und ihrer Herrschsucht ablassen müssten. So verspielen sie die Gnade des Himmels. Nur der Bettler Akki kann Kurrubi bei sich aufnehmen und sie vor den Menschen beschützen. Während das Stück voll tiefer Symbolik und bitterer Kritik an menschlicher Schwäche und Machtbesessenheit ist, bietet es doch glänzende Spielmöglichkeiten und köstlichen Humor, nur dass einem manchmal das Lachen im Halse stecken bleibt.
Zur Schule:
Die St. Lioba-Schule in Bad Nauheim ist ein Gymnasium in der Trägerschaft des Bistums Mainz. Sie versucht, das Ideal einer christlich-ganzheitlichen Erziehung zu verwirklichen. Trotz der Größe - die Schule hat zurzeit ca. 1230 Schüler - bemühen sie sich, den einzelnen Schüler als Menschen ernst zu nehmen. Die Wurzeln reichen bis in das Jahr 1929 zurück, als Schwestern Unserer Lieben Frau (SND) die Schule eröffneten. Heute gibt es unter den 83 Lehrkräften keine Schwestern mehr. Die Leitung liegt in den Händen "weltlicher" Direktorinnen, Frau OStDn. G. Opp und Frau StDn. G. Kurtscheidt. Zu unserem Schulprofil zählt neben Besonderheiten wie regelmäßigen Schulgottesdiensten, Reflexionstagen und Sozialpraktika auch eine vielfältige AG-Arbeit, in der sich die Theater-AG nach einem Neubeginn im Jahre 1993 unter Dr. Georg Jung einen festen Platz erobert hat. Ihm steht seit einigen Jahren Thomas Gölzhäuser zur Seite.
Karten für die Wetterauer Schultheatertage gibt es ab dem 6. Juni bei allen Geschäftsstellen der Sparkasse Wetterau oder unter www.marktplatz-wetterau.de.