"Sportfreunde Schiller: Die Freiheit beginnt"
Selbstverfasste Schiller-Collage
Deutsch Leistungskurs der Gesamtschule Konradsdorf, Ortenberg
| Jahrgangsstufe: | 12 |
| Mitwirkende: | 25 |
| Dauer: | 90 Minuten + Pause |
Zum Stück:
Ist Friedrich Schiller mit seinen Themen, die der große deutsche Dichter vor über 200 Jahren in seinen Theaterstücken behandelte heute noch aktuell? Besitzen die Themen auch für die Schüler von heute noch Aussagekraft oder sind sie lediglich als historische Stoffe anzusehen, mit denen sich ganze Schülergenerationen "herumplagen" mussten. Mit diesen Fragen beschäftigte sich der Deutsch-Leistungskurs der Jahrgangsstufe 12 - bestehend aus 23 Schülerinnen und Schülern und deren Leiterin Birgit Bingel. "Gerade in diesem Jahr, in dem aus Anlass des 200. Todestages des Dichters eine Vielzahl von Veranstaltungen stattfinden, wollten wir jenseits der Jubiläumsreden den "Klassiker" von seinem Denkmalsockel "herunterholen", erläuterte Bingel.
Aus dieser inhaltlichen Arbeit entstand der Plan, "Schiller" auf die Bühne zu bringen.
In dem selbst verfassten Theaterstück "Sportfreunde Schiller - Die Freiheit beginnt?" unterhält sich ein Schüler mit Friedrich Schiller. Diese Gespräche, die sich in erster Linie mit der Aktualität des Autors Schiller für die heutige Zeit beschäftigen, bilden die Rahmenhandlung des Theaterstücks. Sind die Texte des klassischen Autors nur Bildungsballast oder haben die Themen der vor mehr als 200 Jahren verfassten Dramen uns heute noch etwas zu sagen? Um das beantworten zu können, muss natürlich auch Schiller im Originalton auf die Bühne gebracht werden. Einzelne Szenen aus Theaterstücken von Friedrich Schiller werden nachgespielt, zum Teil verändert, aber immer kommentiert von dem Schüler und "Friedrich Schiller".
Was die Inszenierung der Szenen aus den einzelnen Theaterstücken anbelangt, wird eine bunte Mischung geboten: Die Ausschnitte aus "Kabale und Liebe" werden mit einer modernen, zum Scheitern verurteilten Liebesbeziehung konfrontiert. Bei den "Räubern" werden Schillers Dialoge übernommen, die Inszenierung ist aber kontrastiv dazu sehr modern. Demgegenüber ist die "Jungfrau von Orleans" sehr reduziert, was die Ausstattung anbelangt, die Konzentration gilt hier der Sprache Schillers. Bei "Wilhelm Tell", eine bunte Szene mit vielen Schauspielern auf der Bühne, wird direkt in die Handlung eingegriffen und verändert diese. Auf der Bühne werden fast alle Schülerinnen und Schüler des Leistungskurses stehen, auch die Art der Inszenierung, die Regiearbeit sowie die Herstellung von Kulissen und die Auswahl der Kostüme ist eine echte Gemeinschaftsproduktion.
Projektorientiertes Arbeiten gehört zu den wesentlichen Zielsetzungen des Deutschunterrichtes der gymnasialen Oberstufe der Gesamtschule Konradsdorf. Aus der kreativen Aneignung von Literatur entstanden mittlerweile eine ganze Reihe von Theaterproduktionen oder szenischen Lesungen, die bisher entweder in der nahe Ortenberg gelegenen Schule selbst oder auch in der Ruine des ehemaligen Klosters Konradsdorf aufgeführt wurden.
Die Gesamtschule Konradsdorf wurde Mitte der 60ziger Jahre als Schulverbund "Kreismitte" zunächst für eine Volksschule mit Realschule, dann für eine Gesamtschule gegründet . 1974 beginnt der Unterricht als Hauptschule mit Förderstufe. Seit August 1976 "firmiert" die Schule unter ihrem heutigen Namen. Mit Beginn des Schuljahres 1997/98 wurde die gymnasiale Oberstufe eingeführt. Heute besuchen über 1400 Schüler die Schule nahe Ortenberg. Das Kollegium unter der Leitung von Ulrich Lang umfasst über 80 Lehrerinnen und Lehrer.
Karten für die Aufführung der Konradsdorfer Schule gibt es bei allen Geschäftsstellen der Sparkasse Wetterau oder unter www.marktplatz-wetterau.de für 6 Euro Erwachsene und 3 Euro für Kinder und Schüler.